Der Outbacktrip startete mit einem 1A-Flug von Sydney nach Darwin. Darwin ist die Hauptstadt des Staates Northern Territory, welches viermal so groß ist wie Deutschland, aber nur halb so viele Einwohner wie Hamburg hat. Klingt komisch, ist aber so! Die Flugroute ist nicht so populär und daher war zum ersten Mal Qantas der billigste Dienstleister für unseren 3-Stunden-Flug.
Einmal mit keiner Billig-Flugline zu fliegen brachte auch ungemeine Vorzüge. Es gab Gratis-Verpflegung (inkl. Nachtisch) und weil Ramona und ich so sportlich aussahen, wurden wir gefragt, ob wir im Falle einer Notwasserung auch ordentlich mit anpacken könnten. Ich habe im ersten Moment gar nicht verstanden, um was es ging, aber Ramonas Augen funkelten und ich verstand: Platz am Notausgang (Uns gegenüber saß lediglich ab und zu ein schwuler Steward).

In tropischer Schwüle gingen wir völlig „gejet-laged“ (30 Minuten Zeitunterschied zu Sydney) in der Nacht von der Maschine am Mini-Airport zum Taxi. Die Fahrt war nicht grade günstig (3 Sekunden kosteten 10 Cent!). Glücklich über unser Hostel-Zimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage fielen wir so gut wie gleich ins Bett – ohne natürlich zu vergessen ein Foto von unserem Haustier zu machen:

Der nächste Morgen brachte nun die Entscheidung. Haben es Erik und Jens, von denen ich seit Wochen nichts mehr gehört habe, tatsächlich geschafft am besagten Tag zur besagten Uhrzeit hier in Darwin anzukommen und unser Hostel zu finden?

Darwin, 18. Juni, 9:45h.
Ein Rätsel bleibt für mich wie sie es geschafft hatten, denn die Adresse aus meiner letzten Mail stimmte nicht mehr - das eigentlich geplante Hotel war ausgebucht und die SMS kamen erst Tage später.
Es gab Frühstück um 10 Uhr in einem Park. Ramona und ich wurden in die Outback-Kochkünste mit Hilfe eines Gaskochers und einer Pfannkuchenmischung zum selber Aufschütteln aus der Flasche eingewiesen. Wir stellten fest, dass da noch Optimierungspotential drin steckt, verbrachten den Nachmittag an einsamen Stränden und Seen in Darwin (lediglich die australische Luftwaffe nervte gelegentlich mit ihren Düsenjets) und begutachteten die Strandbewohner. Heerscharen von kleinen Krebsen, die gelegentlich aus dem Sand kamen, einige Meter wanderten und geschlossen wieder in ihm versanken. „Kurios.“
Gegen 21 Uhr war es in Darwin dann auch schon zu spät, um noch in einem Restaurant einzukehren, so dass es eine Pizza im Park gab, gefolgt von einigen Bieren und der Anwesenheit bei einer australischen polizeilichen Maßnahme. Ein Gefangenentransporter fuhr plötzlich links ran, dort saßen drei Aborigines und spielten Klanghölzer. Das ist ein Verbrechen in Darwin: Alle aufstehen, es wurde kurz am Wein gerochen, Bäuche gezeigt, und alle drei verschwanden in dem käfigartigen Aufbau des Jeeps. Erinnerte mich irgendwie an Cops aus den Staaten.

Nach einer Nacht zu viert (und ich glaube der ersten unter einem Dach für Erik und Jens seit über einem Monat) kauften wir mit unserem Outbackmobil erstmal ein. Es war eine logistische Meisterleistung unser Gepäck, Proviant und uns selbst in dem Wagen zu verstauen. Den $150-Einkauf kriegten wir aber irgendwo zwischen Klapptischen, Wassertanks und Kühlwasservorräten unter, so dass unser erstes Ziel angesteuert werden konnte: die Berry Springs...

