Berry Springs sind Trinkwasserquellen in einem tropischen Wald, indem man nicht nur baden, reinspringen und mindestens ca. 5 Meter tief tauchen kann... Fische kann man auch versuchen zu fangen. Bei uns jedoch ohne Erfolg. Meine neuen Billig-Crocs fungierten beim Baden nicht nur als Schutz vor Steinen und Felsen (Beileid an Ramona für die blauen Flecken) sondern auch noch als Schwimmflügel mit gutem Auftrieb!




Mittags ging es weiter Richtung Kakadu National Park. Die Vereinten Nationen haben diese Gegend zum Welterbe erklärt und so mussten wir natürlich da noch hin, bekannt evtl. durch Crocodile Dundee. Von feuchten Tropen aber schon keine Spur mehr! Auf dem Weg dahin passierten wir eine sich auf der linken Seite entlang wälzende Feuerwand. Obwohl Jens schon die Straßenseite wechselte wurde es schlagartig sehr heiß im Wagen. Da diese jährlichen Feuer wichtiger Bestandteil für eine gesunde, australische Flora sind, haben wir auch  bei der nächsten Tankstelle, an der sich grade die Armee auf ein Bier traf, nichts weiter gesagt. Womöglich haben die es grade sowieso angezündet – so etwas wird gemacht, wenn‘s nicht von alleine will. Das Feuerrisiko an dem Tag war übrigens „extreme“... Wer hätte das gedacht?!




Wir fuhren nach der Tankfüllung noch ein Stück weiter und campten direkt vor den Toren des Nationalparks. Jens steuerte einen einsamen Seitenweg entlang zu einem „Platz“. Vorbei an sämtlichen Schildern und Hinweisen, wo nun der offizielle Campingplatz sei. Ramona und ich waren etwas irritiert... keine Häuser, keine Menschen, kein Strom, kein Licht... Herrgott, noch nicht mal fließendes Wasser!! Hinzu kam, dass der Platz noch rauchte von dem Feuer. Aber die Logik ist ja simpel: Wo es bereits brannte, kann es so schnell nicht wieder! ;-)




Ich muss sagen, dass diese Nacht (der einzige) Horror war. Unser „2-Mann-Deluxe-Zelt“, wie es laut Packung hieß, war ungefähr 1,20m breit. Die Fliegen waren zurück und wurden, als es dunkel war, durch die Mücken abgelöst. Der Boden war steinhart, irgendwelche Tiere liefen Nachts um das Zelt herum (so zumindest meine Einbildung) und die Bäume raschelten als würde es regnen oder zumindest anfangen. Tat es aber die ganze Nacht nicht. Ich wachte um 3 Uhr nachts auf und wartete dann bis 7 Uhr mit dem Einschlafen.




Nach Tee und Nutellabrot ging es auf den Ubirr. Ein ca. 250 Meter hoher Felsen, von dem aus man eine gute Sicht über das platte Land und den Park hat. Die eine Richtung sah aus wie Australien, die andere wie Afrika. Elefanten hätten gut in das Bild gepasst.... Steppe, Gräser, ab und an ein Fels dazwischen. Ein netter Einstieg und Stimmungsmacher für das, was in den nächsten Wochen noch kommen mag.


Ein wenig Kultur gab es auch: 30.000 Jahre alte Aborigine-Malereien an den Felsen. Anstelle von Erklärungen auf Schildern wurden aber für jede Malerei nur die jeweiligen Strafen bei Beschädigung aufgeführt. Anhand der Strafen kann ich sagen: Dieses hier muss eines der besten sein, da es mit $55.000 dotiert war und sicherlich irgendwo in dem Aborigine-Kamasutra zu finden ist. „Sie sehen braune, schwarze und weiße Erdfarben auf Felsüberhängen.“




Wir fuhren auf dem schön asphaltierten Arnhem Highway weiter nach Jabiru. Der größte und nach europäischen Standards auch einzige Ort im Kakadu National Park, der ungefähr die Größe von Sachsen-Anhalt hat. Für 3 Dollar schwammen wir als einzige Touris (zusammen mit einem toten Frosch) im Swimming-Pool und duschten endlich mal wieder.


Auf dem einzigen offiziellen Campingplatz, den wir auf dieser Reise ansteuerten, trafen wir dann abends unsere Paralleluniversumscamper. Drei Typen und eine Frau in einem Toyota Minivan. Wir schauten sie intensiv und stillschweigend an und verschwanden nach Anbruch der Dunkelheit um 18 Uhr in unseren Zelten. Die Mückeninvasion an diesem am See gelegenen Camp war abartig. Man las, zählte seine Stiche und holte den Schlaf nach...


 

Donnerstag, 19. Juni 2008

 
 
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