In Tennant Creek wurde dann wieder schön geduscht und ich fuhr unseren Outbackbus weiter bis zu den Devil‘s Marbles. Das sind große, runde Granitgesteine, die auf ca. 1.800 ha verstreut liegen und teilweise auch aufeinander balancieren. Nach einer Sage der Ureinwohner soll ein böse Schlange hier große Eier vom Teufel abgelegt haben.


Wie dieses Gestein vor Millionen von Jahren durch Erosion zu dem wurde, was es heute ist, erklärt Ramona auf ihrem Blog mit Begriffen wie „Wollsackverwitterung“. Der interessierte Leser weiß wohin er muss...


Zum darauf Herumturnen mussten wir das aber nicht wissen :-)




Der nächste Stopp war Barrow Creek, und das sah mal wieder aus wie Daily Waters. Eine Tankstelle, ein Pub, eine Toilette. Hier einfach mal die gesamte, auf jeder Landkarte verzeichnete, „Stadt“ auf einem Foto:




Ungefähr hier begann auch der Smalltalk mit den Australiern unverständlich zu werden. Man wird ja oft in Australien angesprochen mit (ich vermisse es ja inzwischen sehr), meist sogar mit nett gemeinten Ratschlägen. Wir verstanden sie nur leider nicht. Es ging nur immer: „Wa warr warr wawa vending machine!“ Hahahaha. Und vier deutsche lächeln höflich zurück. Der Nächste sagte: „Wawa warr wah tire!“ Jens ganz selbstbewusst: „Yes, that is our tire!“ Im Nachhinein wollte er uns glaube ich nur auf den niedrigen Reifendruck aufmerksam machen, so zumindest die Vermutung. Und an dieser Tankstelle hier lief auch wieder ein netter Australier an uns vorbei und sagte „Warr wa waaa, waaa, a bit late, aye? Hahaha.“


Das nahmen wir uns zu Herzen und bauten sofort ein paar Kilometer weiter unser Camp auf und tanzten um das Feuer, während ich meine Klamotten verbrannte.




Das Feuer war bitter nötig, denn am Morgen hatten wir Frost am Zelt. Es war schweinekalt, aber in diversen Schlafsäcken und Decken eingewickelt ging es schon irgendwie. Nur der Morgen im zugefrorenen Zelt war etwas ungemütlich. Mittags war es dann schon wieder warm. Wir fuhren durch das geographische Zentrum Australiens (Ti Tree) und natürlich war auch hier ein Pub: „The most Central Pub in Australia“.


Kurz darauf kamen wir in Alice Springs an (26.000 Einwohner und die größte Stadt im Herzen Australiens). Es gab ein Eis am Museum der Telegraphenstation (der Grund für die Stadt), ein ordentliches Essen (Hungry Jacks a.k.a. Burger King) und dann besteigen wir den Anzac Hill, um einen Blick mit unseren dicken Burger-Bäuchen (wir waren so ein Essen wirklich nicht mehr gewohnt) auf die Wüsten- und Touristadt zu werfen.




Wir genossen einen ordentlichen Kaffee, Handyempfang (EM-Ergebnisse aus Deutschland kamen in chronologischer Reihenfolge bei uns an und sorgten für Heiterkeit) und Ramona buchte ihr Zimmer für ihren Abflugtag. Benzin war wieder billiger und wir kauften für die nächsten Tage ein.




Wir kreuzten anschließend gemeinsam den Ghan. Die Zugverbindung, die den Norden mit dem Süden verbindet bzw. Darwin über Alice Springs mit Adelaide. Wir fuhren weiter, die Wüste wurde karger, die Nächte wurden kälter und die Feuer größer...


 

Mittwoch, 25. Juni 2008

 
 
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