An diesem Tag rissen wir sehr viele Kilometer runter. Von kurz hinter Erldunda wurde es „am wüstigsten“ bis nach Coober Pedy. Zuerst überquerten wir aber erstmal die Grenze nach South Australia. Dieses sollte den Alkoholeinkauf auch wieder etwas vereinfachen.




Wir sahen am Straßenrand Adler so groß wie Hunde mit Dingos um tote Kängurus kämpfen. South Australia ist wohl der bevölkerungsärmste Staat Australiens – 1,5 Millionen Einwohner und davon über 1,1 Mio. in der Hauptstadt Adelaide. Die lag aber noch gute 1.300 km vor uns.


Erster und letzter Stopp war kurz vor Coober Pedy (Kuba piti = Weißer Mann in einem Loch). 85 % der weltweit produzierten Schmuckopale stammen aus dieser Gegend und weil es nun mal tagsüber heiß und nachts kalt ist, haben sich die weißen Männer, die hier leben alle in unterirdischen Höhlen verkrochen (gute 80 % der Häuser liegen unter Hügeln). Aber dazu später mehr.


Wir campten direkt am Breakaway Lookout. Es sah mal aus, wie man sich so eine Wüste vorgestellt hat. Hier wurden schon diverse Western und der Science-Fiction-Streifen Pitch Black mit Vin Diesel gedreht. Von Spaziergängen in die Wildnis wurde wegen Einsturzgefahr aufgrund der unterirdischen Mininen deutlich gewarnt.




Wir schossen wieder einige Golfbälle in die Prärie und fällten diverse Bäume mit den Händen, um ein letztes Feuer zu machen, indem wir alles verbrannten, was nicht mehr benötigt wurde. Kurzum: Erik und ich räumten so richtig auf. Beim Bäumefällen rammte sich dann Erik noch gute 2 cm Holz in den Fuß – der Grund für seine Golfschlägerkrücke auf allen folgenden Fotos.


Den nächsten Tag liefen wir dann in der Kleinstadt umher. Wir machten eine Führung durch eines der Untergrundhäuser, quatschten mit einem verwirrten Ungarn auf einem Berg, der uns in seine Opalmine locken wollte, bestiegen das Raumschiff aus dem Film und fuhren anschließend bis kurz vor Port Augusta. Die Hafenstadt in der Nähe von Adelaide. Hier fiel uns auf, dass wir seit über 2 Wochen gar keine Wolken mehr gesehen hatten.




Bevor es ins Bett ging, zapften wir jedoch noch einmal etwas Wasser. Ein Schild an der Straße wies auf Trinkwasser hin, aber alles was wir vorfanden, war eine Pipeline, aus der bei Betätigung diverser Schrauben senkrecht Wasser in die Höhe sprudelte. Es half ja alles nichts, wir brauchten Wasser zum kochen und waschen; und falls Coober Pedy in der Zeit zwischen 19.44 und 19.53 keine Wasserversorgung hatte, möchte ich mich an dieser Stelle im Namen von uns dreien ganz herzlich entschuldigen!




Die letzte Nacht war kalt und so windig, dass ich mir eine Erkältung einfing. Der Whisky half auch nicht dabei diesen Abend irgendwie zu verschönern und so wurde dann der Rest am darauffolgenden Tag im Stadtpark von Adelaide zusammen mit einer ordentlichen Portion Nudeln, Tomatensauce und Spiegelei verputzt. Ich hatte eine Nacht im YHA Hostel gebucht (danke an Ramona für den Tipp) und lief dann alleine durch Adelaide. Bye bye Jens, Erik und 1986‘er Toyota Tarago (a.k.a. Space Cruiser).


Es war eine schöne Zeit mit euch!


 

Sonntag, 29. Juni 2008

 
 
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