Zwei ganze Nächte verbrachte ich dann in Rex‘ Zimmer – in der australischen Korea-WG. In (Rex Mitbewohner) sollte ich nicht mehr zu Gesicht bekommen, mit Annie und Yuni kommunizierte ich meist nur über Post-It Notes. Annie bereitete mir eine liebevoll zusammengestellte Auswahl an möglichen Frühstücken vor:
von Cornflakes über Brot und Obst bis hin zu Fertignudeln, Kaffee und Gin Tonic. Na gut!
Tagsüber traf ich mich dann mit Michael, der seinen letzten Tag in Sydney feierte und ich stellte ziemlich spät fest, dass ich ja morgen auch schon wieder weiterfliege: Brisbane mit Ramona war geplant und gebucht.

Noch schnell den geflickten Koffer in der Stadt abgeholt (Qantas hatte Rex‘ Koffer leicht beschädigt) und dann auch schon wieder am nächsten Morgen ab zum Flughafen.
Unglücklicherweise hatte ich ganz vergessen, dass ich ja ausschließlich mit Handgepäck fliegen sollte. Daher war mein Nageletui natürlich fehl am Platz und kam nicht durch den Sicherheitscheck. Schlau wie ein Fuchs (man will ja Oma‘s gute Schere und Feile nicht an den Sicherheitsbeamten verschenken) entschloss ich mich sie am Flughafen hinter einem Bildschirm zu verstecken...
Ich kam vor Ramona an und bezog unser kitschiges Mini-Hotel direkt in der City. Die Stadt ist, wie Hannover, eine Ex-Expo-Stadt, aber hat aus dem Areal der Ausstellung wirklich etwas gemacht. Ich lief durch den Botanic Garden, über den Brisbane River zu den South Bank Parks – die Halbinsel, auf der die Expo stattfand. Hier fand ich kleine Parks, Tempel und einen Pool mit Sandstrand vor, von dem man einen Blick auf den angrenzenden Fluss und die Skyline „Brizzies“ hat. Wirklich schön: Flohmärkte, Straßenkünstler, fröhliche, spielende, tanzende oder grillende Menschen überall auf den Straßen und in den Parks. Es war deutlich wärmer als in Sydney und einfach entspannt. Dieselbe Tour sollte ich dann mit Ramona einige Stunden später noch mal bei Nacht laufen.

Ein Mietauto am nächsten Tag zu organisieren stellte sich als etwas kompliziert heraus. Mit etwas Verhandlungsgeschick und viel zu viel Geld haben wir es dann aber doch noch bewerkstelligt. Zuerst ging es auf den Mount Cootha für einen Blick auf Brisbane. Wir sahen allerdings nur Wolken. Es regnete und sollte auch erstmal nicht wieder aufhören. Unser Ziel war Surfer‘s Paradise. Dort gab es neben hässlichen Hochhäusern und dem Surf-Strand das letzte in Australien verbliebene Hard Rock Café, indem ich mir ein T-Shirt ergatterte.

Anschließend ging es weiter zum Point Danger. Hier musste ein Foto geschossen werden, da dieser Ort (ca. 250 km südlich von Brisbane) der „östlichste Punkt des australischen Festlandes“ ist. Wir haben es grade so mit den letzten Sonnenstrahlen geschafft uns fotografisch am und um dem Leuchturm herum auszutoben und kehrten dann noch auf einen Absacker in Coolangatta in einem gemütlichen Restaurant ein.

Abends ging es dann auf die Piste in Brisbane. Auch das war ein schönes Erlebnis. Im Gegensatz zu Sydney sind nämlich alle Läden von schick bis schäbig, von billig und alternativ bis prollig und überteuert sehr nahe beieinander. Nach einigen Bars saßen wir also in der Fußgngerzone und amüsierten uns über das sehr bunte Publikum auf der Straße. Adelaide war also in puncto Weggehen voll und ganz zu empfehlen.
An unserem gemeinsamen letzten Tag starteten wir dann noch einen zweiten Versuch zum „Aussichtsberg“ und siehe da: man sah!

Noch schnell durch die Stadt und alles bei Licht gesehen, was es zu sehen gibt und schwupps war Ramona nach einem Abendessen beim Chinesen, der „richtig“ chinesisch kocht auch schon wieder im Flieger nach Sydney. Ich wurde von einem Kumpel von Rex in der Stadt abgeholt bei dem ich dann die letzte Nacht verbrachte.
Brett und sein Mitbewohnr mussten beide arbeiten und so spielten wir Karten, tranken Whisky bzw. Wein und ich lernte ein weiteres, typisch australisches Zuhause kennen. Und vor allem die australische Gastfreundlichkeit. Brett kam in seiner Mittagspause am nächsten Tag extra nachhause, um mich zum Flughafen zu fahren. Er war auch nicht davon abzubringen und nicht nur deswegen verblieb also Brisbane in sehr schöner Erinnerung (trotz Erkältung) und ist neben Melbourne eindeutig eine meiner Top-Städte in Australien!
... ach ja: Das Nageletui lag nach 3 Tagen immer noch an seinem Platz hinter dem Monitor =)


